Was ist zustandsorientiertes Konfliktmanagement?
Die meisten Menschen versuchen Konflikte über Verhalten zu lösen.
Sie fragen:
- Wer hat angefangen?
- Wer hat Recht?
- Wer muss sich ändern?
Doch Konflikte entstehen selten nur durch Verhalten.
Sie entstehen durch Zustände.
Zustandsorientiertes Konfliktmanagement geht davon aus, dass Menschen unterschiedlich reagieren, weil ihre inneren Systeme unterschiedlich auf Druck reagieren. Wenn du neu in diesem Thema bist, hilft es zuerst zu verstehen, was ein Zustand eigentlich ist.
Ein Baby beginnt zu weinen.
Ein Kind wird wütend.
Ein Teenager zieht sich zurück.
Ein Erwachsener wird laut.
Das Verhalten sieht verschieden aus – doch die Ursache ist oft ähnlich:
Ein innerer Zustand ist aus der Balance geraten.
Solche Situationen nenne ich Zustandskonflikte. Dabei entsteht der Konflikt nicht nur durch unterschiedliche Meinungen, sondern weil ein oder mehrere Systeme unter Druck geraten.
Zustandsorientiertes Konfliktmanagement richtet den Blick deshalb nicht zuerst auf Verhalten, sondern auf die Frage:
In welchem Zustand befindet sich ein Mensch gerade?
Wenn wir verstehen, wie Zustände entstehen und wie sie Konflikte beeinflussen, verändert sich der Blick auf Konflikte grundlegend.
Erst wenn Zustände wieder reguliert sind, können Gespräche, Lösungen und Kooperation entstehen.
Um dies sichtbar zu machen, habe ich den Zustandsbarometer entwickelt. Er macht sichtbar, wann ein System stabil ist und wann es in Richtung Überforderung kippt.
Mehr über die grundlegende Denkweise dahinter findest du auch in den Grundprinzipien des zustandsorientierten Konfliktmanagements.
