Was ist ein Zustandskonflikt?

Viele Konflikte wirken wie Meinungsverschiedenheiten.

Doch oft entsteht der eigentliche Konflikt nicht durch unterschiedliche Ansichten, sondern durch unterschiedliche Zustände.

Ein Zustandskonflikt entsteht, wenn ein Ereignis von einem unregulierten Zustand negativ bewertet wird.

Dabei ist wichtig zu verstehen: Ein Ereignis selbst ist zunächst neutral.

Erst durch den aktuellen (unregulierten) Zustand und persönliche Erfahrungen entsteht eine Perspektive auf das Ereignis. Und der Zustand beeinflusst wie viel Bedeutung wir diesem Ereignis zuschreiben.

In einem regulierten Zustand kann das Ereignis einfach ein Ereignis bleiben. Wenn der Zustand jedoch unter Druck steht, kann daraus schnell ein Konflikt entstehen.

Das kann viele Formen annehmen:

  • ein Baby beginnt plötzlich zu weinen
  • ein Kind schreit oder verweigert sich
  • ein Teenager reagiert emotional
  • ein Erwachsener wird laut oder gereizt

Das Verhalten ist dann nur das sichtbare Zeichen dafür, dass das System gerade unter Druck steht.

Der Konflikt liegt also nicht in der Sache – sondern im Zustand des Systems.

Deshalb lassen sich viele Konflikte auch nicht lösen, indem man nur über Inhalte spricht.

Zuerst muss der Zustand wieder stabil werden. Und dazu ist es hilfreich zu verstehen, was ein Zustand überhaupt ist und wie Zustände entstehen.

Wenn du tiefer verstehen möchtest, warum Verhalten dabei nur die Oberfläche ist, lies auch warum Zustände wichtiger sind als Verhalten.

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